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Arthurische Verhandlungen: Spielregeln der Gewalt in Pleiers Artusromanen
Garel vom blühenden Tal und Tandaradeis und Flordibel. Von Heiko
Fiedler-Rauer. Heidelberg: Universitätsverlag Winter, 2003. Pp. 266. EUR
58.50.
In seiner im Sommersemester 2002 an der Humboldt-Universität Berlin eingereichten
Dissertation, die im Rahmen des Graduiertenkollegs "Codierung von Gewalt
im medialen Wandel" entstanden ist, wendet sich Heiko Fiedler-Rauer einem
in der neuesten Forschung intensiv diskutierten thema zu: Gewalt im Mittelalter.
Er bezieht sich jedoch nach einleitenden Kommentaren zu Spielregeln der
Gewalt allgemein und zur Rolle von König Artus hinsichtlich der Gewaltsteuerung
im literarischen Kontext den zwei weitgehend vernachlässigten höfischen
Romanen Pleiers, Garel vom blühenden Tal und Tandaradeis und Flordibel
zu. In sympathischer Weise bietet er als theoretisches Fundament die von
Stephen Greenblatt beeinflußte überlegung, daß literarische
texte nicht etwa einen Gewaltdiskurs repräsentieren oder die historische
Realität spiegeln, sondern daß sie mit der "inszenierten Wirklichkeit
. . . in Verhandlung" treten (S. 16). Korrekter wäre es, wenn er dieses
Adjektiv hätte fallengelassen, denn es impliziert eine zusätzliche fiktionale
Ebene, während er doch die konkrete Auseinandersetzung mit den Gewaltproblemen
in der außerliterarischen Realität anpeilt (dazu Violence in Medieval
Courtly Literature, ed. Albrecht Classen, 2004).
Albrecht Classen
University of Arizona
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