€sthetik als begnadete SpŠtaufklŠrung.
Zum VerhŠltnis von Kunstdiskurs und
Glaubensbegriff im ausgehenden
achtzehnten Jahrhundert
Kai Hammermeister, Ohio State University
Dem Mittelalter war es eine Gewi§heit, da§ die Schšnheit der Welt nicht losgelšst
von Gott betrachtet werden kann. Die Schšnheit eines Dinges diente
nicht diesem selbst zum Ruhm, es heraushebend aus der Vielzahl der Dinge
durch diese eine Eigenschaft, sondern war indirektes Gotteslob. So kam das
PrŠdikat Schšnheit letztendlich weniger dem Einzelding als Gott zu, war
Abglanz, splendor dei. Damit hatte Schšnheit BrŸckenfunktion zwischen
Welt und jenseitigem Gott, denn das schšne Ding war zwar in der Welt,
aber nicht eigentlich weltlich. So entging auch die Kontemplation schšner
Objekte-falls sie denn theologisch zugelassen war, denn bisweilen
wurde ihr auch der Vorwurf der Ablenkung von den tatsŠchlich wŸrdigen
Objekten der Andacht gemacht-zumindest dem Vorwurf der sŸndhaften
vanitas, der Hingegebenheit an den Schein des VergŠnglichen, denn das
eigentliche Objekt der Schšnheitsschau war dessen Ursprung, Gott. Im
Schšnen bewahrt die Welt die Erinnerung an den creator mundi, dessen
Wirken den Menschen mit preiswŸrdigem Seiendem umgeben hat.
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